Brauchst du diese Leistungsklasse überhaupt?
Die Dauerleistung sagt, wie viel Watt eine Station ohne Pause abgeben kann. Entscheidend ist nicht dein stärkstes Gerät allein, sondern die Summe aller Geräte, die zur selben Zeit laufen. Die Watt stehen auf dem Typenschild oder in der Anleitung. Steht dort ein Bereich, nimm den höheren Wert.
Die stärksten Verbraucher im Haushalt sind Geräte, die heizen: Wasserkocher, Föhn, Heizlüfter, Toaster und die Waschmaschine beim Aufheizen. Laufen sie nacheinander statt gleichzeitig, sinkt deine Spitzenlast deutlich. Dann reicht vielleicht eine Station aus der Klasse darunter, und die kostet weniger.
Im Rechner auf dieser Seite sind Wasserkocher, Kaffeemaschine, Kühlschrank, Gefriertruhe und Router voreingestellt. Ersetze sie durch deine eigenen Geräte, nimm die Watt vom Typenschild und lass weg, was nicht gleichzeitig läuft. Typische Einsätze dieser Klasse sind Werkstatt, Baustelle, Garten und Notstrom für mehrere starke Geräte. Plane auch das Gewicht ein, die Werte stehen im Vergleich.
Anlaufstrom: Warum Motoren beim Start mehr brauchen
Geräte mit Motor oder Kompressor ziehen beim Einschalten für einen Moment ein Mehrfaches ihrer Nennleistung. Dazu gehören Kreissäge, Kühltruhe, Klimagerät, Tauchpumpe und Druckluftkompressor. Für diesen Moment zählt die Spitzenleistung der Station, nicht die Dauerleistung. Die Spitzenleistung hält eine Station nur sehr kurz durch.
Den Anlaufwert findest du nicht immer auf dem Typenschild. Schau in die Anleitung oder frag beim Hersteller nach. Fehlt die Angabe, plane bei der Spitzenleistung großzügig Reserve ein. Schaltet die Station beim Start ab, ist der Anlauf zu stark, auch wenn die Nennleistung passt.
Manche Stationen können Heizgeräte über ihrer Dauerleistung betreiben, indem sie die Leistung drosseln. Der Wasserkocher braucht dann länger. Für Motoren ist so ein Modus nicht gedacht. Ob eine Station das kann, steht im Datenblatt.
Wattstunden: Wie lange dein Gerätepaket durchhält
Watt entscheiden, was gleichzeitig läuft. Wattstunden entscheiden, wie lange. Unter Volllast leert sich auch ein großer Akku schnell. Für lange Laufzeiten, etwa mit Kühltruhe und Pumpe im Stromausfall, zählt deshalb die Kapazität mindestens so viel wie die Leistung.
Beim Umwandeln in 230-Volt geht ein Teil der Energie als Wärme verloren. Dein Gerätepaket läuft deshalb kürzer, als die einfache Rechnung Wattstunden geteilt durch Watt ergibt. Plane Reserve ein. Wie Wattkoffer Laufzeiten berechnet, steht auf der Seite zur Rechenweise.
Manche Modelle lassen sich mit Zusatzakkus erweitern. Du kannst also mit kleinerem Akku einsteigen und später nachrüsten. Ob das am Ende billiger ist als eine große Station ab Werk, zeigen nur die aktuellen Preise von Station und Zusatzakku zusammen. Bedenke: Der Zusatzakku bringt mehr Wattstunden, aber keine höhere Dauerleistung.
Preis je Watt, je Wattstunde und über die Lebensdauer
In dieser Klasse ist der Preis die größte Hürde. Zwei Rechnungen helfen beim Einordnen. Für den Preis je Watt teilst du den Händlerpreis durch die Dauerleistung. Für den Preis je Wattstunde teilst du ihn durch die Kapazität. So siehst du, ob du für Leistung oder für Akku bezahlst.
Für die Kosten je gespeicherter Kilowattstunde über die ganze Lebensdauer teilst du den Preis durch die Kapazität in Kilowattstunden und durch die Zahl der Ladezyklen aus dem Datenblatt. LiFePO4-Akkus schaffen meist deutlich mehr Ladezyklen als Akkus mit anderer Zellchemie.
Ein Benzingenerator kann in der Anschaffung günstiger sein. Er braucht aber Kraftstoff, Wartung und einen Platz im Freien, weil seine Abgase giftig sind. Eine Powerstation läuft leise und auch drinnen, ihr Vorrat endet aber mit dem Akku, bis du sie wieder lädst.
Händlerpreise schwanken, deshalb steht in der Liste der Stand dazu. B-Ware und Rückläufer können günstiger sein. Prüf dann, ob die volle Garantie gilt, wer sie gibt und ob der Händler den Zustand des Akkus angibt.
Steckdosen, Laden und Notstrom sicher nutzen
Die Dauerleistung gilt für alle 230-Volt-Ausgänge zusammen. Ob eine einzelne Steckdose der Station die volle Leistung abgibt, steht im Datenblatt. Eine Mehrfachsteckdose muss für die gesamte Last ausgelegt sein. Eine Kabeltrommel wickelst du ganz ab, sonst kann sie heiß werden.
Laden kannst du an der Haushaltssteckdose und mit Solarmodulen. Wie viel Solarleistung ein Modell annimmt und wie schnell es voll ist, steht im Vergleich. Je größer der Akku, desto länger dauert das Laden bei gleicher Ladeleistung.
Für den Stromausfall hilft eine USV-Funktion: Die Geräte hängen an der Station, die Station an der Steckdose. Fällt der Strom aus, versorgt sie die Geräte weiter aus dem Akku. Wie schnell sie umschaltet, steht im Datenblatt.
Speise nie selbst ins Hausnetz ein, auch nicht über ein Kabel mit zwei Steckern. Das ist lebensgefährlich. Eine feste Verbindung mit der Hausinstallation darf nur eine Elektrofachkraft herstellen.